Seit gut 2000 Jahren wird auf dem Baruther Mühlenberg Wein angebaut. Es heißt, einige Römische Legionäre die in der Varusschlacht gefangen genommen wurden, hätten die Kunst des Weinbaus ins Urstromtal gebracht… Wie? Sie glauben mir nicht? Na gut, ist vielleicht doch bisschen zu wild zusammengeflunkert, ich gebe es ja zu. Aber sooo viel weniger abenteuerlich ist die wahre Geschichte vom Baruther GOLDSTAUB wirklich nicht.

Aus Lärm und Gestank wird Idylle pur

Dort wo sich dem Besucher inzwischen ein traumhaft idyllischer Ausblick auf die Rebstöcke bietet, befand sich bis 1989 noch eine Motocross-Anlage. Diesen auf den ersten Blick für einen Weinberg doch recht exotischen Ort suchten sich die Mitglieder des IKU (Institut zur Entwicklung des Ländlichen Kulturraums e.V.) aus und begannen erst einmal mit umfänglichen „Grabungsarbeiten“ – insgesamt zogen sie fast 2 Kilometer Plastikbänder (Überreste vom Motorsport) aus dem Feld, bevor es mit der Pflanzung losgehen konnte. Der Mühlstein, der dabei gefunden wurde, ziert heute das Wappen des Weinberges. Inzwischen wachsen auf insgesamt 1,3 Hektar Reben, die den Bedingungen vor Ort angepasst sind.

Vielfalt im Geschmack trotz wenig Rebfläche

Das erlaubt eine ökologische Bewirtschaftung, die den Boden schützt und der Natur Raum lässt. Bei den Weinsorten handelt es sich um pilzresistente Neuzüchtungen – die Weißweine Helios, Johanniter, Solaris und Muscaris sind für das hiesige Klima und den Sandboden geeignet. Die Sorten ermöglichen eine geschmackliche Vielfalt vom fruchtbetonten, würzigen Dessertwein bis hin zu einem trockenen, säurebetonten Terrassenwein. Weil der Wein so kostbar ist, er auf »goldenen Werten« wie Gemeinschaft, Solidarität, Teilhabe beruht und gemäß den Kriterien einer nachhaltigen regionalen Landwirtschaft angebaut wird, ist der Name Baruther GOLDSTAUB eine logische und vor allem passende Bezeichnung.  

Prämierte Qualität seit 2020

Da der Autor dieser Zeilen ein bekennender Biertrinker und Weinbanause ist, misst er seinem eigenen Urteil („der Wein schmeckt sehr lecker“) nicht allzu viel Bedeutung bei. Aber die Profis in der Jury der Berliner Wein Trophy schließen sich dem Urteil vollumfänglich an. Im Rahmen der Sommerverkostung 2020 erhielt der Solaris Jahrgang 2019 eine Silbermedaille. 150 internationale Jurorinnen und Juroren bewerteten an 11 Tagen mehr als 6000 angemeldete Weine – ein sensorisch-olfaktorischer Marathon, bei dem der Baruther GOLDSTAUB gleich mit 3 Sorten vertreten war. Neben dem Solaris waren auch Helios und Johanniter im Rennen, wobei letztere die Medaillenränge nur knapp verpassten.

Sie sehen, in der Geschichte kommen Ausgrabungen, alte Steine und Wein vor, also war ich doch mit den Römern gar nicht so weit weg von der Wahrheit oder? Die liegt ja bekanntlich auch im Wein und den können Sie im Hofladen oder im Online-Shop erwerben. Fehlt zum Baruther GOLDSTAUB nur noch gutes Weißbrot, das bekommen Sie vom Merzdorfer Landbäcker um die Ecke. Naja, und an den Oliven wird noch gearbeitet.

https://i-ku.net



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